Test: Sony RX100 IV, Canon G7X Mark II, Lumix LX15 & Lumix LX100

Haptik/Bedienung

Sony RX100 IV Canon G7X Mark II Lumix LX100 Lumix LX15 Test

von links nach rechts: Sony RX100 IV / Canon G7X Mark II / Lumix LX15 / Lumix LX100

Sony RX100 IV Canon G7X Mark II Lumix LX100 Lumix LX15 Rückseite Test

Sony RX100 IV / Canon G7X Mark II / Lumix LX15 / Lumix LX100

Sony RX100 IV

Die Kamera ist im Vergleich zu ihren Mitstreitern etwas kompakter. Die Bedienelemente auf der Oberseite der Kamera sind eingelassen. Das erleichtert das Einstecken in eine Schutzhülle, da nichts verkannten kann. Die Kamere fühlt sich sehr glatt an und man hat das gefühl, dass sie einem aus der Hand gleitet. Es gibt nämlich keinen Griff an der Vorderseite. Nur eine gummierte Kerbe für den Daumen sorgt für ausreichenden Grip in der Hand. Einen Griff bietet Sony allerdings als Zubehör an (Sony AG-R2).

Die Sony RX100 IV ist, wie die Lumix LX100, mit einem Sucher ausgestattet. Dieser ist auf der Oberseite eingelassen und lässt sich mit einem seitlich angebrachten Hebel nach Oben fahren. Das Sucherbild ist zwar recht klein, bietet aber mit 2.359.000 Bildpunkten genügend Auflösung, um Details wiederzugeben.

Auf der Oberseite befindet sich das Moduswahlrad mit den gängigen Programmen (P,A,S,M), zwei Modi für die intelligente Automatik (ideal für Anfänger), einen Szenen-Modus (Nacht, Feuerwerk, Portrait etc.), einen Schwenkpanorama- und Video-Modus, sowie einen Programmspeicher. Daneben, befindet sich der Auslöser mit dem Zoomhebel. Ein weiteres Rad auf der Oberseite sucht man vergebens. Dafür gibt es einen Ring um das Objektiv und ein Drehring auf der Rückseite, die sich konfigurieren lassen oder je nach Programmmodus andere Funktionen einnehmen (wie z.B. Blende, Belichtungszeit, ISO, Zoom).

Sony RX100 IV Rückseite Test

Sony RX100 IV Rückseite

Die Rückseite hat mehrere Tasten für Schnellzugriffe. Darunter eine Videotaste, welche bei Druck die Videoaufnahme sofort startet und eine „Fn“-Taste, bei der sich ein Menü mit frei konfigurierbaren Funktionen öffnet. Die C-Taste lässt sich ebenfalls frei belegen.

So habe ich die Einstellungen für Zeit (Objektivring), Blende (Objektivring) und ISO (C-Taste) schnell im Griff.

Die Brennweite wird beim Zoomen im Display im Kleinbild-Äquivalent (24-70mm) angezeigt.

 

Sony RX100 Klappdisplay

Sony RX100 IV Klappdisplay

Das Display ist nicht touchfähig aber 180 Grad nach oben und 45 Grad nach unten für Überkopfaufnahmen klappbar. Für Selfie-Aufnahmen lässt sich die Anzeige auf dem Display spiegeln, um sich besser vor der Kamera positionieren zu können (sehr praktisch!). Es läuft im Selfie-Modus, nach jedem Druck auf den Auslöser, ein drei-sekündiger Timer, welcher sich nicht deaktivieren lässt.

 

Canon G7X Mark II

Besser in der Hand liegt die Canon, da sie einen schmalen gummierten Griff an der Vorderseite bietet und sich dadurch griffiger anfühlt. Sie ist dezent schwerer als die Sony RX100. Das Moduswahlrad und der Auslöser auf der Oberseite sind erhaben. Unter dem Moduswahlrad ist ein Rad für die Belichtungskorrektur. Am Auslöser befindet sich der Zoomhebel. Viele Funktionstasten hat die Canon G7X II nicht, dafür lassen sich über die „Q Set“-Taste alle gängigen Einstellungen vornehmen.

Canon G7X MArk II Rückseite

Canon G7X Mark II Rückseite

Am Objektiv befindet sich ein Einstellring, dieser kann mittels der „Ring Func“-Taste eine beliebige Funktion zugewiesen werden. Im manuellen Modus dient dieser zum Fokussieren. Ich habe den Ring mit der ISO-Funktion belegt.

Unter dem Ring ist ein Schalter, über den sich einstellen lässt, ob der Ring beim Drehen einrasten soll oder geschmeidig läuft.

Ringschlater Canon G7X Mark II

Ringschalter an der Canon G7X Mark II

Einstellungen lassen sich mit Fingertipp über das Display ändern, alternativ mit dem Steuerkreuz. Der Fokus kann mit einem Tipp auf das Display verändert werden.

 

Die Brennweite wird beim Zoomen nicht angezeigt, es gibt auch sonst keinen Hinweis, in welcher Zoom-Stufe man sich befindet. Einzig der Fokusbereich beim Zoomen wird angezeigt.

 

Das Display ist 180 Grad nach oben und 45 Grad nach unten klappbar und touchfähig. Selfies gelingen im nach oben geklappten Zustand sehr gut. Auch hier ist eine Spiegelung der Anzeige zur einfachen Ausrichtung einstellbar.

Canon G7X Mark II Klappdisplay

Canon G7X Mark II Klappdisplay

 

 

Lumix LX15

Sie fühlt sich von der Haptik ähnlich wie die Sony RX100 IV an. Sehr klein und kein Griff an der Vorderseite, dafür eine Wulst am metallischen Gehäuse. Die Daumenmulde ist nicht gummiert. Griffig ist die Kamera somit nicht und damit noch glatter in der Hand als die Sony RX100 IV.

Auf der Oberseite befindet sich das Moduswahlrad, der Auslöser mit Zoomhebel, eine Videoaufnahme-Taste und ein Einstellrad, welches sich bei den anderen Kameras auf der Rückseite befindet und dort meiner Meinung nach besser aufgehoben wäre. Auf der Rückseite befindet sich nur das „Steuerkreuz“ in Form von vier eingelassenen Tasten, welche schlecht zu ertasten sind und einen zu weichen Druckpunkt haben. Im Dunkeln stößt man somit auf Schwierigkeiten und ist gezwungen die Rückseite mit einer Lichtquelle auszuleuchten. Alle gängigen Funktionstasten sind jedoch vorhanden. Am Objektiv ist der Zoom-Ring, den man optional eine andere Funktion zuweisen kann. Direkt dahinter verbirgt sich der Blendenring. Hier besteht die Problematik, dass man nicht versehentlich den Zoomring greift. Das kann im Eifer des Gefechtes leider schnell vorkommen.

Lumix LX15 Rückseite

Lumix LX15 Rückseite

Alle weiteren Einstellungen lassen sich über das Touchdisplay vornehmen, was mir hier besonders gut gefallen hat. Die Touchfunktion wurde hier sehr gut integriert. So lässt sich z.B. mit zwei Fingern im MF-Modus der Ausschnitt vergrößern oder im AF-Modus der Fokuspunkt verstellen. Das alles funktioniert größtenteils sehr intuitiv. Per Fingerwisch wechselt man in der Bildwiedergabe von einem Bild zum nächsten und zoomt mit zwei Fingern ins Bild. Hersteller wie Sony können sich hieran ein Beispiel nehmen.

Im Menü wird man von Fachbegriffen und Abkürzungen erschlagen. Zum Glück gibt es zu jeder Einstellung einen Infobanner, welcher oberhalb des Menüs durchs Bild wandert. Nach einiger Eingewöhnungszeit findet man sich hier schnell zurecht.

 

Lumix LX15 Klappdisplay

Lumix LX15 Klappdisplay

Das Display ist nur 180 Grad nach oben klappbar und Selfie-fähig. Das Bild wird im Selfie-Modus automatisch gespiegelt. Für Überkopfaufnahmen lässt sich das Display leider nicht nach unten klappen.

 

Panasonic Lumix LX100

Sie ist die größte und schwerste Edelkompaktkamera. In vielen Jackentaschen könnte es daher sehr eng werden. Sie liegt sehr gut in der Hand. Der Griff an der Vorderseite ist nämlich ausgeprägter als bei der Konkurrenz. Das Bedienkonzept ist bei dieser Kamera gewöhnungsbedürftig und richtet sich an anspruchsvollere Fotografen. Ein Programmwahlrad sucht man hier nämlich vergebens. Dafür sitzt an dessen Stelle ein Zeitvorwahlrad. Stellt man das Rad auf „A“, wird die Zeitautomatik aktiviert. Daneben ist der Auslöser mit Zoomhebel, ein Rad für die Belichtungskorrektur eine Filter-Taste und eine „iA“-Taste für die intelligente Automatik. Am Objektiv befindet sich der Blendenring. Stellt man diesen auf „A“, aktiviert man die Blendenautomatik. Die Programmautomatik aktiviert sich demnach, wenn man am Blendenring und Zeitvorwahlrad „A“ einstellt.

Hinter dem Blendenring ist ein weiterer Ring, mit dem sich der Zoom verstellen lässt oder wahlweise auch der Fokus, der ISO-Wert oder eines der vielen Filter. Leider sind beide Ringe zu dicht beisammen, dass ein Verstellen des Blendenringes manchmal mit dem Verstellen des Zooms einherging (ärgerlich!). Der Leihe könnte mit dem anspruchsvollen Bedienkonzept enttäuscht werden.

Lumix LX100 Rückseite

Lumix LX100 Rückseite

Die Kamera ist mit sehr vielen Funktionstasten ausgestattet, die sich frei konfigurieren lassen.

Auch ungewöhnlich bei der LX100 ist die Umstellung des Fokusmodus und des Bildformates mittels Schieberegler am Objektiv.

 

Das Menü wirkt sehr umfangreich. Man wird förmlich vor Einstellungen erschlagen. Immerhin gibt es im Menü zu jedem Punkt eine kurze Info, die in Form eines Banners dargestellt wird.

Das Display der LX 100 ist weder touchfähig noch lässt es sich klappen. Dafür gibt es einen festverbauten Sucher und einen Blitzschuh. Ein kompakter Aufsteckblitz befindet sich im Lieferumfang.

 

Fazit Haptik/Bedienung:

Die Canon G7X Mark II ist ein sehr guter Kompromiss aus guter Haptik und kompakter Bauweise. Mit ihr macht es Spaß zu Fotografieren. Die LX100 ist für den ersten Platz leider zu groß, außerdem hat sie ein spezielles Bedienkonzept, welches frustrieren kann, und ihr fehlt ein Klappdisplay. Die Sony RX100 IV ist die kompakteste, leider fühlt sie sich nicht griffig genug an, kann aber mit einem gutem Bedienkonzept und dem ausklappbaren Sucher punkten. Die Lumix LX15 fühlt sich sehr glatt an und bietet keinen festen Grip, die Tasten auf der Rückseite sind schwer zu erstasten, da sie im Gehäuse eingelassen sind. Dafür besitzt sie ein sehr gutes Touchdisplay.

Sieger in dieser Disziplin: Canon G7X Mark II

 

5 Kommentare

  • Eduard S.

    Servus, bin als Sony RX-100-2 Nutzer durch Zufall auf deine Seite gekommen. SUPER Vergleich, DANKE !! Ich beschäftige mich nebenbei vorausschauend mit anderen Kameras da ja mal eine Neuanschaffung ansteht. Komme aber zu dem Ergebnis das die RX-100 Serie mit abstand zu den besten Kameras gehört bezüglich Kompaktheit, Bildqualität, Handhabung und doch auch Preis.
    Außer RX100-V, schon heftig teuer. Besonders verwundert mich wie „schlecht“ viele teurere und größere DSLR etc. sind. Ich sehe mir da gerne die Fotos auf dkamera.de an. Hier betrachte ich gerne das Foto Kirchendach, wie fein hier die Dachziegel aufgelöst werden. Ich macht die RX100 Serie mit die besten Fotos.
    Noch mal DANKE, super Gegenüberstellung.

    • Nils

      Hallo Eduard,
      vielen Dank für das positive Feedback.
      Mit der RX100 Serie hat Sony echt einen Volltreffer gelandet. Ich nehme sie viel häufiger mit als meine großen Kameras. Und das ist der Punkt, man hat sie einfach dabei. Denn nichts ist schlimmer als ein besonderes Motiv nicht auf Kamera festhalten zu können. Wobei die Smartphone-Kameras von der Qualität immer mehr aufholen.
      Ich benutze die RX100 IV jedenfalls regelmäßig für Foto- und Videoaufnahmen und wünsche mir für die RX100 VI ein Objektiv mit mehr Zoom im Telebereich.
      Die Testaufnahmen von dkamera.de sind mir bekannt. Neben dem Bild mit dem Kirchendach, zum beurteilen der Schärfe, finde ich die Nachtaufnahmen auch sehr interessant, um die Rauschanfälligkeit der Sensoren bei hohem ISO Wert zu vergleichen.

  • MAC

    Where is the LX15 on the first picture?

  • Robert Frank

    Danke für den objektiven, nachvollziehbaren Vergleich. Exakt diese Kameras stehen bei mir zu Entscheidung an. Da mich diverse LUMUX Reisezooms in den letzten 15 Jahren noch nie enttäuscht haben wird es bei mir wohl die LX15 werden.

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